Die Stimme des Therapeuten (blog)

Die Stimme des Psychotherapeuten – gegründet auf Achtsamkeit, fokussiert auf den Körper. Ein Workshop.

Oder:   Die Bedeutung des Klangs in der Stimme des Psychotherapeuten

Der menschliche Stimmapparat ist Teil des Körpers und noch viel mehr. Wir schaffen (oder zerstören) unsere Welten durch Worte, die wir sprechen oder singen, durch Klänge, die wir äußern. Die verschiedenen Eigenschaften der menschlichen Stimme – wie Tonhöhe, Volumen, Rhythmus, Schnelligkeit und Intensität, beeinflussen das menschliche Miteinander seit dem Beginn unseres Lebens. Als beobachtende und achtsame Hakomi-Therapeuten achten wir sowohl auf die verbale, wie auch auf die nicht-verbale Kommunikation, die uns Klienten durch ihre Stimme übermitteln.

Umgekehrt werden auch Klienten während einer Sitzung durch den Stimmklang ihres Therapeuten beeinflusst. Nachdem ich jahrelang mit Stimme und Achtsamkeit gearbeitet habe, bin ich mir dessen bewusst und frage mich manchmal, wie meine Stimme für einen Klienten klingen mag. Bei einer positiven Affirmation – ist sie genügend langsam und tief, warm und unterstützend, klar, resonant und verständlich…? Und, was am wichtigsten ist: ist sie authentisch? Tief verbunden mit dem, der ich bin und wo ich in diesem Moment bin?

(In dem folgenden Gedicht von Rumi habe ich das Wort „Gesichter“ ersetzt durch „Stimmen“.)

Sei klar wie ein Spiegel

nichts widerspiegelnd.

Sei entblößt aller Bilder und der Sorgen,

die mit den Bildern auftauchen.

Blicke in das, was sich nicht schämt,

was sich vor keiner Wahrheit fürchtet.

Nimm alle menschlichen Stimmen in die deine auf

ohne jegliches Urteil.

Sei reine Leere.

„Was ist darin enthalten“?  fragst du.

Stille“ ist alles, was ich sagen kann.

Wie steht es nun um uns als mitfühlend-gegenwärtige und unterstützende Therapeuten – wie können unsere Stimmen all dies ausdrücken: „Leere“ (urteilsfrei) und „Stille“ (rein und losgelöst) und zugleich „alle menschlichen Stimmen“? Wo drücken sich Persönlichkeit und Charakter in unserer Stimme aus? Können die Klienten all dies heraushören? Und wie kann es die Therapie beeinflussen? Ist unsere „Sitzungsstimme“ anders als unsere „normale“ Stimme? Experimente haben gezeigt, dass Klienten als Teil ihres Prozesses beides schätzen: einen warmen, unterstützenden „mütterlichen Stimmklang“ ebenso wie einen klaren und bestimmten „väterlichen Stimmklang“. In wiefern ändert sich unsere Stimme im Verlauf der verschiedenen Stadien einer Sitzung und in den unterschiedlichen Geisteszuständen, die wir auf diesem Weg berühren? Wenn wir beschließen, etwas über uns selbst zu enthüllen – verändert dies unseren Stimmklang?

In der Zeit, die wir bei diesem Workshop miteinander verbringen, werden wir einige Techniken der Korason-Methode der authentischen Stimme (KM) verwenden, um ein sensorisches Umfeld zu verstärken, innerhalb dessen wir das Verhältnis zu unserer eigenen Stimme erkunden, und auch, wie sie sich in unserer Arbeit mit Klienten äußert.

Die Teilnehmer werden ein strukturierteres Gefühl dessen mit nach Hause nehmen, was mit einer Psychotherapie gemeint ist, „gegründet auf Achtsamkeit und fokussiert auf den Körper“. Zudem werden einfache und dynamische KM-Techniken gelehrt werden, die zu Hause angewandt werden können, um die natürliche, authentische Stimme weiter zu erkunden und zu kultivieren. Die Fähigkeit, wahr zu sprechen und das richtige Werkzeug hierfür zu haben, vermittelt nicht nur ein angenehmes und vertrautes Gefühl, sondern verleiht unserem Ausdruck und unserer Kommunikation mit anderen Macht, Zielgerichtetheit und Inspiration. Und für zielorientiert Menschen: die Methode ist effektiv und bringt Resultate.

Informationen über die Korason-Methode, 

New AndaLuz  Zentrum für Authentischen Dialog (NACAD), 

Die Korason-Methode (KM) für Authentische Stimme und Dialog